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Aus der Chronik der KG „Immer lustig“ - Holt 1935 e.V.

Zu allen Zeiten wurden in Deutschland Narrenfeste und Fastnacht gefeiert. In der ersten Hälfte des
19. Jahrhunderts erreichte der Karneval am Rhein erste Höhepunkte. Mainz, Köln und Koblenz waren die Hochburgen. Nach den Kriegsjahren 1866 und 1870/71 entstanden allerorts wie auch hier in Holt närrische Clubs und Verbände.

Für die ersten Karnevalsfeste im schönen „Genholt“ sorgten um diese Zeit die „Holter Dreckstraener“. Der Name entspringt der Tatsache, dass in Holt die Wege und Strassen nicht befestigt waren und bei schlechtem Wetter durch Pfützen und Morast gewatet wurde.

Vor 1935 sorgte die St. Michaels-Bruderschaft für karnevalistische Sitzungen in Holt. Ein Liederheft der Sitzung von 1933 ist uns erhalten geblieben.

Im gleichen Jahr trafen sich die Bruderschaftler Willi Schürings, Anton Claßen, Wilhelm Heynckes und Willi Röttges zum Stammtisch und beschlossen den Karneval im Ort wieder aufleben zu lassen. Das Vorhaben den alten eingebürgerten Namen „Holter Dreckstraener von 1870/71“ zu übernehmen, gelang leider nicht. Zum ersten Vorsitzenden und Präsident der „Großen Karnevalsgesellschaft Immer lustig 1935“ wurde Willi Röttges gewählt. Sein Nachfolger Willi Esch hatte diese Ämter ebenfalls für lange Zeit inne. Die vielen Veranstaltungen Ende der vierziger, Anfang der fünfziger Jahre im Saal von Haus Gingter waren in der Umgebung so beliebt, das sich die Gäste der Veranstaltung stellenweise die Stühle von Zuhause mitbringen mussten.

1957 - Es wurde still in Holt, der Verein meldete sich ruhend.

1969 – Als die St. Georgspfadfinder den traditionellen Rosenmontagsball nicht mehr ausrichten wollten, berieten sich Hans Lindemann und Friedel Gehlen mit Heinrich Lammers und seinem Schwiegersohn Emmerich. Da für die Erstellung des neuen Programms nur vier Wochen Zeit blieben, einigte man sich schnell mit den damaligen Eigentümern von Haus Lammers. Hilfe bekamen sie aus den eigenen Reihen, von den „Roten Husaren“ mischten Hans Peter Jansen, Fred Bohnen, Hermann Maßen und Theo Buschfeld kräftig mit.

1969 „Alles für die Jugend“, so hieß das erste Programm nach vielen ruhigen Jahren in Holt, dass mit einstündiger Verspätung begann, weil die Musiker im Schnee steckengeblieben waren.

1970 – Rosenmontag 20 Uhr 10, im ausverkauften Saal von Lammers wurde unter Leitung von Hans Peter Jansen gesungen und geschunkelt, die Reden aus der Bütt begeisterten.

Der Gewinn aus den beiden Jahren wurde dem Kindergarten St. Josef in Holt übergeben.

Im Herbst 1970 wurde eine Versammlung von einigen jungen Männern einberufen, um die „Große KG Immer lustig von 1935“ aus dem Dornröschenschlaf zu erwecken. Die Wiedereröffnungs-Sitzung am 16. Januar 1971 unter dem Vorsitzenden Hans Lindemann, Geschäftsführer Norbert Weuthen, Kassierer Erich Evers und Schriftführer Friedel Gehlen war ein voller Erfolg.

Im Jahre 1972 pfanzte die KG eine Eiche – Bestandteil des Vereinswappens – am Jugendheim. Die alte Eiche musste im Krieg wegen des nahegelegenen Flugplatzes weichen. Gestiftet von der Stadt Mönchengladbach, wurde der Baum von Ratsherr Gerhard Klein gepflanzt. Ab jetzt geht es Schlag auf Schlag.

1972/1973 –In diesen Jahren gibt es eine Herrensitzung und einen Hausfrauennachmittag.

1974 – werden wegen der großen Nachfrage zwei Hausfrauensitzungen veranstaltet.

1975 – besteht die KG vierzig Jahre. Beim Empfang im Haus Lammers konnten 300 Gäste begrüsst werden.

1977zieht der erste Veedelszoch, noch aus dem Engelsholt.

1980 Lammers Saal fällt der Spitzhacke zum Opfer. Das Ausweichquartier Turnhalle stellt die KG vor große logistische Probleme.

1984 – Erstmals stellt die KG wieder ein Stadtkinderprinzenpaar, Petra Jansen und Reiner Müller.

1985 – Die KG ist ein halbes Jahrhundert alt. In Zusammenarbeit mit der Raiffeisenbank in Holt wird eine Sitzgruppe an der Holter Eiche errichtet.

1989 – Hans-Peter 1. und Gertrud Niersia XLIV. (Jansen) regieren die Narren der Stadt. Erstmalig werden die Orden in der eigenen Werkstadt handgefertigt.

1991 – das Duett aus Eiche und Sitzgruppe wird ein Trio. Ein Findling, gestiftet von der Firma Hans Loers, wird zum Gedenkstein. Ihn ziert ein Relief, der Holter Narr auf dem Drietfaat.

1993 – zum ersten Mal feiert die KG im Großzelt, von einigen belächelt und zum Camping-Club umbenannt.

1997 – Die Möhnen der Stadt bekommen einen neuen Laufsteg, über 60 „Alte“ feiern im Großzelt mit anderen Gästen. Einen Tag später feiern wir die erste Fun-tastische Nacht, eine Oldy – Party, die mittlerweile bis zu 3000 Gäste besuchen. Im gleichen Jahr dürfen wir 10 neue Mitglieder im alten Zeughaus begrüßen, die ersten „Astimierer“. Dieser Name ist ungewöhnlich und hat auch bei „aktiven Lateinern“ für Kopfzerbrechen gesorgt.

Ästimere heißt übersetzt würdigen und ehren, und wir schätzen diese Menschen sehr, stehen sie uns doch mit Rat und Tat zur Seite, ohne aktive Karnevalisten zu sein. Doch das jahr war noch nicht zu Ende. Wurde doch unser Jahresorden aus 25 zum Orden des Jahres erkoren.

Und wir befinden uns immer noch im Jahr 1997. Hans Peter Jansen erhält den Orden „Pro meritis in carnevalis diebus“. Es gibt in jeder Session nur einen Ordensträger und ist hoch angesehen.

1998 Der Platz am Holter Jugendheim wird von uns gepflastert. Endlich trockene und warme Füße beim Pfarrfest und Hoppedizerwachen. Mit großer Unterstützung der Firma Hans Loers.

Und wieder etwas neues im Dorf.

1999 – bekommt Pfarrer Leo Eißen aus Hehn als erster die Auszeichnung „Mensch der guten Tat“. Mit damals noch 2 222,22 DM dotiert (heute sind es 1111,11 €) werden Menschen geehrt, die im Stillen Gutes tun.

2001 – und es wird nicht langweilig. Eine Sitzung im November, die spinnen die Holter. Im Gegenteil. Der Hoppediz erwacht – im beheizten, gut besuchten Festzelt begleitet von Größen aus dem rheinischen Karneval.

2002 – die KG erhält den Umweltpreis, der drei Jahre zuvor von Frau Overlack-Kosel ins Leben gerufen wurde. Mit uns konnten sich die Mitglieder von „Schöpp op“ freuen, die exakt die gleiche Punktzahl für ihr Umweltbewusstsein während der Umzüge erhielten.

2004/2005 – Die KG „Immer lustig“ Holt 1935 e.V. wird 70 Jahre jung. Der Vedelszoch zieht zum 25. mal durch Holt und Speick. Zum 2. Mal stellt die KG den Prinzen des Stadtkinderprinzenpaares, Dennis Doumen, Sohn unseres Vizepräsidenten Frank Doumen. 

Wir machen weiter und freuen uns auf die nächsten 70 Jahre.